Tipps&Tricks
Angeln an der Donau: Erfahrungen, Angelplätze und was Angler wirklich erwartet
Die Donau ist kein Gewässer, das man „nebenbei“ befischt. Sie ist groß, kraftvoll, oft unberechenbar – und genau deshalb für viele Angler so faszinierend. Wer hier Erfolg haben will, merkt schnell: Erfahrung ist kein Bonus, sondern Voraussetzung.

Die große Wasserfläche ohne erkennbare Strukturen, starke Strömung und wechselnde Bedingungen durch Hochwasser verlangen Aufmerksamkeit und Anpassung. Die Donau verzeiht wenig, wenn man sie wie einen See behandelt oder auf Routine setzt. Stattdessen belohnt sie Angler, die beobachten, reagieren und bereit sind,
aus schwierigen Tagen zu lernen.
Mit zunehmender Erfahrung verändert sich der Blick auf das Gewässer. Herausforderungen werden einschätzbar, Rückschläge verständlich, und Erfolge entstehen nicht zufällig, sondern aus Entscheidungen. Genau dieses Zusammenspiel aus Wissen, Praxis und Geduld macht das Angeln an der Donau aus – und entscheidet darüber, ob man an ihr scheitert oder mit ihr wächst.
Aller Anfang ist schwer
Auch mit Erfahrung auf anderen Gewässern, gibt es einige besondere Herausforderungen zu bewältigen. Neben der richtigen Platzwahl, erschweren vorprogrammierter Montageverlust oder invasive Arten wie Signalkrebse und Schwarzmeergrundeln das Angeln. Wie und wo fängt man also an, wenn man sich an die Donaufischerei wagt?
Beginnen wir mit der Gewässerwahl. Die Donau ist eines der vielseitigsten Gewässer und man sollte sich vorab über die verschiedenen Donau-Abschnitte gut informieren, um ein passendes Revier für sich zu finden.
Der Donaustrom
Heutzutage ist die Donau in den meisten Bereichen stark reguliert oder komplett kanalisiert. Nur mehr in wenigen Bereichen kann die Donau ihrem Verlauf frei folgen. In den regulierten Bereichen machen oft nur Innen- oder Aussenkurven mit unterschiedlichen Strömungsgeschwinigkeiten einen Unterschied. Mit etwas Glück hat man Buhnen und Bach- oder Kanalausläufe in seinem Donau-Abschnitt, welche dann zugleich auch Hotspots sind. Bei Innenkurven bilden sich durch Rückströmungen oft große Anlandungen an Schlamm und Sand, welche teils auch wieder bewachsen sein können. Je nachdem wie schlammig und seicht diese Bereiche sind, können sie entweder Top oder Flop bedeuten.
Im Strom sind die Übergänge von der Steinpackung zum Gewässergrund bzw. zur Fahrrinne die primären Bereiche, die man beangelt.
Bei einem Donau-Abschnitt mit natürlichem Verlauf gibt es typischerweise 2 grob unterschiedliche Bereiche. Entweder sehr strukturreiche und felsige Abschnitte in denen Grundangeln kaum möglich ist oder weite, flache Schotter- bzw Sandbänke. Bei beiden Varianten gilt es seine Angelmethoden entsprechend anzupassen um entweder Hänger zu reduzieren oder schwere Montagen extrem weit werfen zu können.
Schotterbänke hingegen sind jedoch für den typischen Donaufischer beliebte Plätze, um auf die klassischen Donaufische wie Zander, Barbe, Nase, Döbel, Brachse, Rotfeder & Co im flachen Wasser zu angeln. Gefischt wird entweder mit der Feeder-Rute oder mit der Stipp-Pose, um eine größere Wasserfläche zu beangeln. Alte Hasen schwören hier auf das Anfüttern mit Kürbiskernplatten, wobei auch Futtermischungen, die man am Platz halten kann (zB. mit Maissschrot als Zusatz) ebenso erfolgreich sind.
Um ein besseres Verständnis in die Beschaffenheit der Donau zu bekommen, empfiehlt sich neben der Erkundung vor Ort, die Analyse mithilfe von Online-Karten. Auf
unserer Karte, kannst du zwischen verschiedenen Ansichten wechseln, Reviergrenzen ansehen und zusätzlich die
Donau-Tiefenkarte einblenden, um einen Einblick in die Bodenstruktur zu bekommen.
Urbanes Angeln
Die großen Flüsse Europas wie Rhein aber auch die Donau sind wichtige Verkehrsadern. Für Angler aus diesen an den Flüssen gelegenen Städten bietet die Donau sehr nahegelegene Angelreviere mit besonderem Flair. Zusätzlich zum Donau-Strom gibt es dann meist auch einen Donau-Hafen in dem die Schiffe ihre Fracht verladen.
Das urbane Angeln in diesen industriellen Gebieten erweitert die Fischerei vom Fließwasser bis hin zum Stillgewässer und bietet sehr abwechslunsreiche Angelmöglichkeiten. So ist zB. das Nachtangeln auf Aal in einem Donau-Hafen am erfolgversprechendsten.
Ein besonderer Vorteil dieser großen Häfen ist, daß selbst bei starkem Hochwasser noch problemlos geangelt werden kann. Die Bodenstruktur der Hafenbecken ist großteils sehr eintönig. Das Anfüttern der Fische führt hier schnell zum Erfolg. Dafür sind Spundwände und verankerte Schiffe magische Anziehungspunkte für Raubfische wie Hecht, Zander und Barsch.
Jacht-Hafen
Entlang der Donau gibt es viele kleinere Jacht-Häfen, in denen auch geangelt werden darf. Anders als die großen Industrie-Häfen, sind sie nicht sehr tief. Sie beherbergen aber viel Fisch. Das Posen-Angeln auf Friedfische und Karpfen ist hier sehr erfolgreich, ebenso das Raubfischangeln auf Hecht und Rapfen. Wer in Jachthäfen angelt muss sich dem regen Bootsverkehr bewusst sein. Das Betreten der Boots-Stege ist nicht gestattet und Rücksichtnahme auf Boote und Ankerleinen sollte selbstverständlich sein. Die Hafenausfahrten sind ebenfalls gute Bereiche, insbesondere für Räuber wie Zander und Waller, welche Abends auf ihren Beutezügen in die Häfen ziehen. Tagsüber sind die Hafeneinfahrten aufgrund des starken Bootsverkehrs weniger zu empfehlen.
Donau-Auen, Seitenarme und Umgehungsgerinne
Obwohl die Donau in den meisten Bereichen sehr stark reguliert ist, findet man dennoch einige Reviere mit einem Donau-Seitenarm oder Altwasser. Diese sehr langsam fließenden Gewässer sind üblicherweise ohne Schiffsverkehr und dienen vorranging als Naherholungsgebiet für Naturliebhaber. Meist sehr stark verkrautet, wird hier vor allem Karpfen und Hechten nachgestellt. Gerne werden diese Altwässer auch mit Forellen besetzt, die dann mit einfachen Posenmontagen nahe an der Oberfläche gefangen werden können.
Genauso wie bei Häfen sind die Zuläufe bzw. Ausgänge zur Donau beliebte Angelstellen. Die Fischerei ist hier weniger Hänger-trächtig, da die Strömungen die Montagen meist vom Ufer wegtreibt. Gerne wird hier auch das Raubfischen auf Zander und Waller praktiziert, welche in den Strömungsberuhigten Bereiche ihren Futterfischen nachjagen.
Donau-Kraftwerke
Kraftwerke bieten zwei sehr gegensätzliche Gewässerabschnitte. Im Staubereich kann man eher entspannt angeln. Mit einer geringen Strömung sind die Staubereiche der Kraftwerke ideal für Donau-Neulinge, da die Hängergefahr vergleichsweise gering ist.
Die Fische verteilen sich hier über einen größeren Gewässerbereich und gezieltes Anfüttern führt schneller zum Erfolg.
Speziell für Karpfenangler gibt es hier hervorragende Möglichkeiten den kampfstarken Donau-Karpfen nachzustellen. Der strömungsberuhigte Staubereich der Kraftwerke macht nicht nur das Anfüttern einfacher. Da auf der Donau das Nachtfischen üblicherweise erlaubt ist, sind diese Bereiche durch ihre gute Zugänglichkeit auch bestens geeignet für längere Karpfensessions.
Im Gegensatz dazu ist das Angeln nach dem Kraftwerk eine besondere Herausforderung. Insbesondere in den Turbinen-Bereichen von Kraftwerken herrscht eine enorme Strömung. Nur aktives Fischen wie zb Spinnangeln oder das Treibfischen ist hier sinnvoll möglich. Die Fische sind im ganzen Strömungsbereich aktiv auf Nahrungssuche, sammeln sich aber teils ganz nah am Ufer, um sich von der Strömung etwas zu erholen. Starkes Angelgerät wird benötigt, um auch kleinere Fische in der harten Strömung drillen zu können. Wer glaubt hier nur Raubfische wie Rapfen, Zander oder sogar Huchen anzutreffen, irrt. Auch starke Friedfische, vorrangig Barben und große Karauschen sind hier auf der Suche nach zerstückelten Partikelchen oder Fischstückchen.
Aber Vorsicht! Nicht in allen Kraftwerksbereichen ist das Angeln erlaubt und es kann Lebensgefährlich sein und muss wohlüberlegt werden, ob man hier die Rute auswirft.
Angelkarten für die Donau – was in der Praxis relevant ist
Tageskarte oder Jahreskarte - was sich wirklich lohnt
Für die meisten Donau-Reviere gibt es Tages- Wochen und Jahreskarten. Ob sich an der Donau eher eine Tageskarte oder eine Jahreskarte lohnt, hängt weniger vom Preis ab als davon, wie und mit welcher Erwartung man das Gewässer befischt. Die Donau belohnt Kontinuität – aber nicht jeder Angler braucht sie. Für Angler, die unterschiedliche Gewässer befischen oder nur wenige Tage im Jahr an der Donau verbringen, bietet die Tages- oder Wochenkarte maximale Freiheit. Jahreskarten spielen ihre Stärken aus, sobald Regelmäßigkeit ins Spiel kommt. Wer häufiger am gleichen Abschnitt fischt, beginnt Zusammenhänge zu erkennen: Wasserstände, Standplätze, saisonale Veränderungen. Diese Vertrautheit ist an der Donau oft entscheidender als jeder Spot-Tipp. Der Vorteil der Jahreskarte liegt weniger im Preis, sondern darin, ohne Zeitdruck lernen zu können.
Specimen Fishing als Königsdisziplin
Durch die vielen vorkommenden Fischarten, welche nicht scheu sind jeglichen Köder zu nehmen, um Energie zu sparen, erweist sich das gezielte Angeln auf bestimmte Fischarten als äußerst schwierig. Für den Allround-Angler, wiederum hat dies den Vorteil, daß er mit Ködern wie Maden oder Wurm und Ausdauer so gut wie alle Fischarten fangen kann.
Barbe, Nase – Donau-typische Friedfische
Das Friedfischen ist die wohl häufigste Angelart bei Donaufischern. Die beliebten Donaufische wie Barben, Nasen, Brassen, Rotfedern und Döbel werden mit der Feeder-Rute oder einer klassischen Allround-Rute mit einem Wurfgewicht zwischen 50 und 100gr beangelt. Die Rute wird dabei steil aufgestellt und mit einem Glöckchen als Bissanzeiger versehen, da man hierbei Bisse mit einem deutlichen Gebimmel, viel eindeutiger von vermeintlichen strömungsbedingten Rutenwacklern unterscheiden kann.
Beim Feedern wird gerne ein beschwerter Futterkorb verwendet. Bei der Allround-Rute ist die Futterspirale mit vorgeschaltetem Sargblei der größte Favorit. Die Gewichte sind von der Strömung abhängig. Man darf aber auch nicht vor sehr schweren Gewichten von 100-150gr zurückschrecken.
Wer sich von Signalkrebsen oder den unzähligen Schwarzmeergrundeln belästigt fühlt, greift auf größere Köder zurück. Für Barben hat sich hier ein großes Stück (1x2cm) Käse, Fleisch- oder Knackwurst bewährt. Aber auch andere Friedfische wie Blaunasen nehmen gerne ein Stückchen Käse in ca. 5x5mm Größe am 10er Haken.
Immer seltener sieht man an der Donau das Angeln mit der Pose. Auch wenn das klassische Stippangeln dich vielleicht nicht anspricht, mit einer langen Posenrute oder noch besser
Bolognese-Rute kann man sehr feinfühlig auf Friedfische in der Strömung angeln. Etwas über Grund angeboten reduziert man hier deutlich die unerwünschten Bisse von Schwarzmeergrundeln und Krebsen und ein Drill einer Barbe am feinen Gerät bringt mächtig Spaß.
Karpfen - oft unterschätzt
Das gezielte Fangen von Donaukarpfen im Strom gilt als
Krönung für viele Carp-Hunter. Neben der richtigen Platzwahl ist hier die größte Herausforderung das Anfüttern im Fließgewässer. Die Karpfen ziehen dabei auch gerne von zB. Altarmen in die nährstoffreicheren Bereiche im Strom. Hier gilt es ihre Futterplätze zu finden, da sie auf ihren Wander-Routen nur selten verharren oder Abweichen um keine Energie zu verschwenden. Hier findest du einen ausführlichen Bericht zum
Fischen auf Karpfen im Donau-Strom.
In den großen Häfen werden Karpfen stark besetzt. Die Durchschnittsgröße ist eher gering, da diese auch gerne entnommen werden.
Die besten Chancen auf große Karpfen gibt es in den Staubereichen der Kraftwerke.
Huchen und Stör - seltene Bewohner der Donau
Fast ausgerottet, konnte durch viel Engagement und Wiederbesatz der Huchen und der Donaustör, auch Sterlet genannt wieder angesiedelt werden. Auch wenn diese Fischarten immer öfter wieder als "Beifang" an die Angel gehen, würde gezieltes Befischen nur wenig Sinn machen und wir sollten uns eher daran erfreuen, daß sich ihre Bestände wieder erholen.
Waller - der Mythos und die Realität
Den ersten Waller zu fangen, wird oft als Hauptmotivation genannt, um sein Angler-Glück an der Donau zu versuchen. Wer nicht unbedingt auf den Fisch seines Lebens hofft, der hat hier auch gute Chancen seinen ersten Waller zu fangen.
Neben den typischen Methoden, die auch am Po zum Zug kommen, gestaltet sich das Wallerangeln in Oberösterreich als Herausforderung, da das Fischen vom Boot nicht erlaubt ist. Zwar gab es mit dem OÖ Fischereigesetz 2020 eine Erleichterung, daß die Erlaubnis den spezifischen Bestimmungen des jeweiligen Fischereireviers oder der Fischereiordnung unterliegt. Tatsächlich hat jedoch kein Revier die Regelung zum Angeln vom Boot gelockert.
Für das Angeln vom Ufer bieten Hafenausfahrten beste Möglichkeiten, wo in den Kehrströmungen entweder mit Pose ein Köderfisch an der Oberfläche angeboten wird. Im Donaustrom ist die erfolgreichste Montage ein Tauwurmbündel, angeboten über Grund mit der U-Pose.
Natürlich ist auch das Spinnfischen, insbesondere mit schweren Gummifischen oder großen Blinkern eine gute Wahl einen Donauriesen zu jagen.
Hier findest du noch ein paar zusätzliche Tipps für das
Angeln auf Waller vom Ufer
Rapfen - die Torpedos der Donau
Rapfen fangen mach Spaß! Die äußerst kampfstarken Fische kann man praktisch überall in der Donau und Nebengewässern beangeln. Sie lieben die Strömung, und da man sie vorrangig an der Oberfläche fängt, hat man kein Ärgernis mit Köderverlusten durch Hänger. Spinner, Blinker, Zocker, No-Action-Shads, Gummifische, Twister und Crankbaits. Es gibt kaum was in der Köderbox worauf sie nicht beißen.
Hecht - strukturgebunden
Der Hecht spielt in der Donau eine andere Rolle als in stehenden Gewässern. Er ist kein umherziehender Suchfisch, sondern stark strukturgebunden. Im Gegensatz zum Zander, entsteht Erfolg weniger durch Strecke machen, sondern durch das gezielte Lesen von Übergängen: ruhigeres Wasser neben Strömung, Buhnenfelder oder Kanten zwischen flach und tief.
In der Praxis zeigt sich, dass Donau-Hechte Standplätze oft über längere Zeit halten. Erfahrene Donau-Angler konzentrieren sich auf wenige, klar definierte Bereiche und passen ihr Vorgehen dem aktuellen Wasserstand an. Steigendes Wasser verschiebt Standplätze, fallendes Wasser legt sie frei. Der Hecht reagiert darauf sensibel, bleibt aber seiner Struktur treu.
Häfen und Altarme sind für Hechte an der Donau besonders wichtige Rückzugsräume. Sie bieten ruhigere Wasserbereiche, klare Kanten und ganzjährig nutzbare Strukturen. In Häfen nutzen Hechte Spundwände, Einfahrten und Tiefenwechsel, während Altarme je nach Wasserstand als Aktiv- oder Rückzugsraum dienen.
Während im Donaustrom das aktive Angeln am ehesten zum erfolg führt, ist ein toter Köderfisch an der treibenden Pose in den Häfen und Altarmen die erfolgreichste Methode auf Hecht.
Zander - abhängig vom Wasserstand
Egal, ob man ein Fan von Catch&Release ist oder einem gebratenen Donau-Zander Filet nicht widerstehen kann. Das Fischen auf Zander ist äußerst beliebt. Mit einem kleinen Rotauge oder einer Laube am Einfachhaken mit langem Vorfach, sollte man dem Zander ausreichend Zeit geben den Köder zu nehmen. Zu frühes Anschlagen ist oft die Ursache für Fehlbisse. Gefischt wird, wo die Futterfische sind. Nahe der Steinpackung im flacheren Wasser. Aber aber auch in der Strömung, wo mit äußerst fein eingestelltem Freilauf dem Fisch ein leichter Abzug möglich sein soll.
Auch das Spinnfischen auf Zander erfreut sich großer Beliebtheit und ist äußerst fängig. Dabei wird primär mit Gummifischen bis 15cm der Gewässergrund abgesucht. Entsprechend der vorherrschenden Strömung und Gummifischgröße benötigt man Jig-Köpfe zwischen 10-35gr, um den Köder nahe am Grund führen zu können. Um Abrisse kommt man dabei nicht herum und sollte daher genügend Nachschub mit ans Wasser nehmen.
Aalrutte - der nächtliche Jäger im Winter
Von Oktober bis Dezember ist die Hauptzeit für das Aalruttenangeln. Die Aalrutten beginnen hier die Donau aufzusteigen und sammeln sich in großen Mengen an den Kraftwerken, die für sie unüberwindbare Hindernisse darstellen. Die Jagd beginnt mit der Dämmerung, mit einfachen Grundmontagen wie beim Barbenangeln. Angeködert mit Wurm oder Köderfisch werden die Aalrutten am Übergang zur Steinpackung gefangen, in denen sie tagsüber zwischen den Steinen verharren. Die Steinpackung wird dabei etwas überworfen, sodaß die Strömung die Montage dann direkt an den Übergang treibt. Keine Scheu braucht man dabei vor Frost oder Schneefall haben, zumindest nicht mit entsprechend warmer Kleidung.
Wann die Donau anglerisch „funktioniert“
An der Donau entscheidet selten die Jahreszeit über Erfolg oder Misserfolg. Ausschlaggebend ist der Wasserstand – und wie gut man ihn einordnet. Niedrigwasser bedeutet nicht automatisch schlechte Angelbedingungen, genauso wenig ist Hochwasser per se unfischbar. In beiden Situationen verändern sich lediglich die Spielregeln.
Bei Niedrigwasser sind Strukturen klarer definiert. Kanten, Buhnen und Rinnen lassen sich besser lesen, Standplätze werden enger und vorhersehbarer. Wer ruhig und präzise fischt, findet gerade dann konzentrierte Fischbestände. Hochwasser verlagert Aktivität. Fische ziehen aus dem Hauptstrom in ruhigere Zonen, nutzen überschwemmte Bereiche und Kehrwasser. Wer sich darauf einstellt und nicht im stärksten Strom sucht, kann auch bei hohem Wasser erfolgreich sein.
Neben dem Wasserstand spielen auch Tageszeiten und Strömung eine entscheidende Rolle. Morgen- und Abendstunden unterscheiden sich dabei weniger durch das Licht als durch die Bewegung im Wasser. Zusätzlich werden sie durch die Schleusentätigkeit der Kraftwerke und den tageszeitlich variierenden Stromerzeugungsbedarf beeinflusst. Mit abnehmender Strömung oder veränderter Aktivität der Beutefische verschieben sich die Standplätze der Fische. Besonders interessant sind dann Kehrwasser, Übergänge und strömungsberuhigte Bereiche, während der Hauptstrom oft nur phasenweise produktiv ist.
Der Reiz des Unbekannten
Die Donau ist ein unberechenbares Gewässer. Jede Saison ist etwas anders. Das macht unter anderem auch den Reiz aus, sich stetig an die aktuellen Verhältnisse anzupassen, um zum Erfolg zu kommen. Wie bei allen Gewässern ist der Haupteinflussfaktor das Wetter. Doch ist mit den vielen Zuflüssen die Donau sensibler auf Wetterveränderungen. So beeinflussen auch weit entfernte Unwetter in Deutschland auch maßgeblich die Verhältnisse in Österreich.
Aber Hochwasser an sich sind kein Problem. Die Fische sind an Hochwasser gewohnt und mit etwas Gewässerkenntniss und entsprechender Suche, findet man die Plätze, an denen sich die Fische sammeln und erlebt mitunter seine besten Fänge. Dennoch können besonders länger andauernde Hochwasser die Situation auch langfristig stören. Fische laichen unter Umständen später oder können gar nicht ablaichen, was wiederum Auswirkungen auf die Folgejahre hat.
Wer diese Unberechenbarkeit akzeptiert und die Vielseitigkeit der Donau mit der breiten Palette an Fischarten zu beangeln versteht wird eine neu entfachte Leidenschaft entdecken.