Test
Angelzubehör von Temu im Praxistest: Schnäppchen oder Schrott?
Temu bietet Angelzubehör zu Preisen an, bei denen viele Angler skeptisch werden. Von Kunstködern über Fishfinder und praktischem Zubehör stellt sich die Frage: Taugt das günstige Angel-Equipment wirklich etwas?

Temu im Faktencheck: Billig-Plattform oder missverstandener Marktplatz?
Temu wird von vielen Anglern zunächst mit großer Skepsis betrachtet. Begriffe wie „China-Schrott“, „Wegwerfware“ oder „mangelnde Qualität“ fallen häufig, noch bevor ein Produkt überhaupt in der Hand gehalten wurde. Diese Vorbehalte sind verständlich, greifen aber in der Praxis oft zu kurz.
Ein zentraler Punkt, der vielen Konsumenten nicht bewusst ist: Ein erheblicher Teil der bekannten Markenware im Angelbereich wird ebenfalls in Asien produziert – häufig sogar in denselben Fabriken. Der Unterschied liegt weniger im Produktionsstandort als vielmehr in Qualitätskontrollen, Markenaufschlägen, Marketingkosten und Zwischenhändlern. Temu setzt genau hier an: Durch den direkten Verkauf vom Hersteller an den Endkunden, reduzierte Verpackung und minimalistische Qualitätssicherung können Produkte deutlich günstiger angeboten werden.
Das bedeutet jedoch nicht automatisch gleiche Qualität wie bei Markenprodukten. Während viele Artikel funktional absolut in Ordnung sind, können Serienstreuung, Materialtoleranzen und Verarbeitungsdetails stärker variieren. Wer bei Temu bestellt, erhält keine selektierte Premium-Ware, sondern Massenprodukte mit vereinfachten Kontrollen.
Noch eine Anmerkung zu den Lieferzeiten. Während bei AliExpress eine Lieferung schon einmal bis zu 3 Monate dauern kann, hat bei Temu bisher keine Lieferung, länger als 10 Tage gedauert.
Erchang F68 Castable Fishfinder
Nachdem mein klassisches Echolot leider seinen Dienst versagt hatte und ich ohnehin schon länger mit einem Deeper Echolot geliebäugelt habe – nicht zuletzt, weil ich immer seltener vom Boot aus angle – habe ich mich trotz anfänglicher Skepsis dazu entschlossen, ein deutlich günstigeres Modell auszuprobieren: das Erchang F68 von Temu.
Gleich vorweg: Bei einem Gerät das mit ca. 65 Euro nur ein Drittel des vergleichbaren Deeper Pro kostete, war meine Erwartungshaltung entsprechend niedrig. Mir ging es in erster Linie um einfache Basisfunktionen wie Wassertemperatur und -tiefe sowie um eine grobe Einschätzung der Bodenstruktur, etwa das Erkennen von Kanten oder Wasserbergen. Doch bereits beim ersten Einsatz wurde klar, dass das Gerät deutlich mehr kann – und sich durchaus auch als ernstzunehmender Fishfinder einsetzen lässt.
Die Features
- Verbindungsreichweite: Bis 100m.
- Dual-Beam Technologie mit 2 Frequenzbereichen: 330KHz/14° und 125KHz/45° (Fix oder Automatisch)
- Tiefenbereich: ~0,5m - 60m
- Wassertemperaturmessung
- Zuschaltbares Fishattraction-light
- Mobile App Unterstützung gibt es für Android und iOS
- Automatischer Start/Stop des Gerätes bei Wasserkontakt.
- Akkulaufzeit bis zu 8h
- Tiefen- und einstellbarer Flachwasseralarm
- Fischsymbole (Fish-ID) und Fischalarm
- Neben Echodarstellung gibt es auch noch den Flasher (zum Eisfischen) und eine reine Temperatur/Tiefenanzeige.
- Einstellbare Empfindlichkeit, Rauschfilter und Plotgeschindigkeit
- Verschiedenste Anzeigeeinstellungen um die Anzeige zu personalisieren.
- Speichern von GPS Positionen mit Anmerkungen
- Ein Benutzerhandbuch gibt es in mehreren Sprachen, auch in Deutsch. Die Übersetzungen sind aber eher mangelhaft.
Ich hatte den Fishfinder bisher 2 Angelsaisonen im Einsatz. Ich nutzte ihn am Boot und vom Ufer auf Seen oder an langsam fließenden Flüssen in Tiefen bis ca. 25m.
Zur Handhabung
- Die Installation der App erfolgt über den Appstore. In meinem Fall war das der Google Play store.
- Die Inbetriebnahme und Verbindung funktionierte auf Anhieb und bisher hatte ich noch nie Probleme mit der Kopplung zwischen Smartphone und dem Echolot.
- Die Auflösung ist nicht besonders hoch, ist aber vollkommen ausreichend um selbst Kleinfische oder kleine Köder beim Vertikalangeln noch zu sehen. Mit etwas Erfahrung im Deuten von Echolotbildern, gelingt auch das Erkennen der Bodenbeschaffenheit und Sprungschicht.
- Wie auch bei den meisten anderen Echoloten ist die Anzeige mit Fischsymbolen eher ein schlechtes Gimmik als nützlich
- Das Echolot liegt erstaunlich stabil im Wasser und liefert auch bei leichtem Wellengang oder Strömung gute Bilder.
- Die App funktioniert einwandfrei, bietet viele Funktionalitäten und ist intuitiv zu bedienen.
Mein Fazit zum Erchang F68
Natürlich kann ein derart günstiges Echolot nicht direkt mit einem teuren Markengerät konkurieren. Für ein schmales Budget bietet das Erchang F68, aber ein solides Gerät mit vielen nützlichen Features.
Whopper Plopper: Original vs Nachbau
Als Fan vom Topwater angeln mit Whopper Plopper, konnte ich nicht widerstehen den direkten Vergleich mit dem Nachbau anzutreten.
Der Erste Eindruck war sofort super. Eine tolle Verarbeitung und gute Haken. Und auch in der Praxis hat er sich bewährt. Der Nachbau hat etwas mehr Auftrieb als das Original von River2Sea. Das hat sich aber insbesondere bei unruhigem Wasser als Vorteil erwiesen. Der Nachbau Köder kann dadurch etwas langsamer geführt werden. Das bringt auch eine größere Bandbreite an Geschwindigkeit in welcher der Köder eingeholt werden kann und somit eine größere Variation an Plop-Geräuschen.
Mein Fazit zum Topwater Köder
Der Nachbau auf Temu ist eine konkurrenzfähige Ergänzung zum Original. River2Sea bietet jedoch im Großköder-Segment passende Modelle, welche ich bislang auf Temu nicht gefunden habe.